Soll ich, oder soll ich nicht? Diese Frage, so heißt es auf der Internetpräsenz des Freiwilligendienstes des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ), „können wir nicht beantworten.“ Wichtig sei es aber, dass die Entscheidung, ein Auslandsjahr zu absolvieren, mit voller Überzeugung beantwortet werden kann. Linda Hampel aus Duderstadt war sich schnell sicher – sie wollte nach Südafrika fliegen und dort in einem Kinder- und Jugendheim arbeiten. Mittlerweile ist die 20-Jährige seit vier Wochen in East London.


Bis zur Abreise hatte Linda noch einiges zu erledigen. Die schwierigste Aufgabe war es, ein Visum zu ergattern. Radiologische Untersuchungen, medizinische Berichte, Impfungen, Kontoauszüge und noch einige weitere Dinge mussten vorgelegt werden. In Südafrika angekommen wohnt Linda seit Mitte August mit vier weiteren freiwilligen Helfern in einem Haus mit vier Zimmern und einem riesigen Garten. „Die ersten Tage waren sehr aufregend, stressig und vollgepackt mit Eindrücken und den ersten kulturellen Erfahrungen“, berichtet die Eichsfelderin. „Wir waren zu einem deutsch-südafrikanischen Konzert mit einem Chor aus Hannover eingeladen und wurden vom Bürgermeister begrüßt.“ Eine weitere sehr beeindruckende Erfahrung sei ein Gottesdienst gewesen. „Hier in Südafrika wird der Gottesdienst wirklich gefeiert. Niemand steht dabei still. Während der Messe wird viel gemeinsam gelacht.“ Lindas Entsendeorganisation ist der ASC Göttingen, der in Zusammenarbeit mit dem Freiwilligendienst des BMZ „weltwärts“ und dem Landessportbund Niedersachsen in diesem Jahr 35 Jugendliche auf das Abenteuer Afrika vorbereitete.

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Die Duderstädterin ist eine Sportskanone. Bogenschießen, Yoga oder Zumba – Hauptsache Bewegung. Daher hat sich die gelernte Erzieherin auch für einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst auf sportlicher Ebene entschieden. „Vormittags arbeite ich auf dem Glen Stella Campus, wo ich mit meiner Projektpartnerin Lea die Krippenkinder betreue. Die Kinder stehen noch ganz am Anfang ihrer englischen Sprachentwicklung. Die Kommunikation funktioniert aber mit Händen und Füßen sehr gut“, sagt Linda. Auf dem Campus leben Kinder, die aus ihren Familien genommen wurden oder ihre Eltern verloren haben. Außerdem gibt es dort eine Pre-School, also einen Kindergarten, den Linda und Lea ab und zu übernehmen, wenn das Personal knapp wird.

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Nachmittags sind die beiden im East London Child and Youth Care Centre. In diesem Kinderheim lebt eine große Familiengruppe mit 15 Kindern im Alter von vier bis 18 Jahren. „Wir versuchen so viel Bewegung wie möglich in das Nachmittagsprogramm zu stecken. Aber auch mit Handarbeiten haben wir bereits begonnen“, so Linda. Sie begleiten die Kinder auch zu ihren Judo- und Squashstunden, fahren mit ihnen zur Reittherapie und planen viele Aktionen für die Wochenenden, um das Leben im Kinderheim möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Mittwochs übernehmen sie außerdem den Sportunterricht der siebten Klassen an der A.W. Barnes Primary School.

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Ihre Freizeit nutzt Linda, um die „atemberaubende Landschaft“ Südafrikas zu genießen. „Mit dem indischen Ozean direkt vor der Haustür lässt es sich morgens viel leichter aufstehen“, schwärmt die Eichsfelderin. „Wir versuchen, so oft wie möglich an den Strand zu fahren und hatten sogar schon Surfstunden.“ Bei angenehmen 25 bis 30 Grad beginnt in Südafrika gerade der Frühling.

Text: Anna Kleimann, Linda Hampel / Fotos: Linda Hampel

Wer Linda dabei unterstützen möchte, Projekte für die Kinder auf die Beine zu stellen, kann unter dem Verwendungszweck „Spende weltwärts Linda Hampel“ an folgendes Konto spenden: ASC Göttingen, IBAN: DE10 2605 0001 0000 1110 62, BIC: NOLADE21GOE (Sparkasse Göttingen). Kontakt zu Linda ist per E-Mail an lindi_ha@yahoo.de möglich. Auf ihrem Blog (lindainsouthafrica.blogspot.de) hält die Duderstädterin Spender und Interessierte auf dem Laufenden.