Mit der Google-Kugel – einem selbstfahrenden Elektroauto ohne Lenkrad, Gas und Bremse – fahren Studenten in 20 Minuten von Duderstadt zum Campus nach Göttingen. Im HGN-Cube finden bei Konzerten, Messen und Sportveranstaltungen bis zu 5.000 Menschen Platz. Das St. Martini Krankenhaus ist umrahmt von einer Fachklinik für Orthopädie und Traumatologie sowie einem großen, medizinischen Versorgungszentrum. Wir befinden uns im Jahr 2030. „Ich möchte Sie heute entführen auf eine Reise in die Zukunft“, sagt Prof. Hans Georg Näder. Der Ottobock-Chef unternimmt seine Reise bei der „Zukunftskonferenz Duderstadt 2030“ im Max Näder Haus mit Menschen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen.

Alles Visionen gibt es unter www.duderstadt2030.de

Alle Visionen gibt es unter www.duderstadt2030.de

Näder hat seine Visionen niedergeschrieben und auch seine Gäste gebeten, dies im Vorfeld der Veranstaltung zu tun. Das Ergebnis: viele bunte und kreative Plakate – sowohl inhaltlich und als auch optisch. Sie bilden den Ausgangspunkt für die gemeinsamen Gespräche. Die rund 60 Teilnehmer stellten sich am 25. Juni 2015 die Zukunft ihrer Stadt vor, beschrieben sie und zeichneten sie auf.


„Duderstadt war stets unser Heimathafen. Von hier aus sind Vater und ich in die Welt“, sagt Näder. Dies soll auch zukünftig so sein. Für das Thema der Zukunftskonferenz steht symbolisch das Max Näder Haus, in dem Firmengeschichte und Innovationen zusammenkommen. Zwei Jahre lang wurde das ehemalige Wohnhaus der Familie Näder am Hindenburgring in Duderstadt saniert, modernisiert und um einen futuristischen Anbau erweitert. Das Haus soll zum Ort der Begegnung und des Austausches werden. Die Zukunftskonferenz einen Tag nach der offiziellen Eröffnung ist erst der Anfang.

Gespräche

Welches Wort beschreibt Duderstadt am besten? Welche Herausforderungen kommen auf die Stadt und ihre Bürger zu? Wie wirkt sich der demografische Wandel aus? Könnte Duderstadt Sehnsuchtsort für Großstädter werden? Zentrales Thema dabei ist in vielen Diskussionen die Mobilität. Wie wird und muss diese künftig aussehen – zwischen den umliegenden Dörfern und Duderstadt sowie zwischen Duderstadt, Heiligenstadt und Göttingen?


„Heute sind rund 200 Ideen zusammengekommen. Wir werden ein Zukunftsbuch daraus gestalten, in dem unterschiedliche Szenarien, wie Duderstadt einmal werden könnte, aufgezeigt werden“, sagt Julian Petrin von der Kommunikationsagentur urbanista aus Hamburg. Zusammen mit seinem Team führt er durch die Veranstaltung. Denkanstöße gibt auch ein Vortrag von Christian Blümelhuber. Er ist Professor für strategische Organisationskommunikation an der Universität der Künste in Berlin.

Zum Lebens- und Arbeitsraum Eichsfeld wird sachlich, emotional und zielführend rund sieben Stunden lang diskutiert – während der Gruppenrunden und selbst in den Pausen im Garten des Max Näder Hauses. „Es liegt an uns, was wir aus unserem Lebensraum machen. Er ist wie ein Wohnzimmer, manches Mal muss man dafür neue Tapeten besorgen“, sagt Prof. Hans Georg Näder.

Garten

Text: Kristin Kunze / Fotos: Iris Blank