Der Golf GTE ist ein Hybridfahrzeug. Ist der Akku voll, kann er bis zu 50 Kilometer rein elektrisch fahren. Fährt man allerdings schneller als 130 km/h, übernimmt der Benziner, ebenso wenn der Akku leer ist. Das nimmt mir während des fünftägigen Tests die Reichweitenangst. Ein guter Einstieg in die E-Mobilität, finde ich.

Im Winter verringert sich die Leistung des Akkus allerdings, und man kommt rein elektrisch auf etwa 30 bis 35 Kilometer, was ich auf der Strecke von Duderstadt nach Herzberg feststelle. Ich fahre den Golf zunächst im rein elektrischen Modus und steuere das Ganze vor dem Losfahren über eine „E-Mode“-Taste manuell an. Auf der Rückfahrt übernimmt dann der Verbrennungsmotor die Hauptarbeit. Mit den zwei Energiequellen kommt man also locker überall hin. Und dann gibt es da noch den „GTE-Mode“, in dem der Golf die maximale Systemleistung abruft. Durch das Zusammenspiel der beiden Motoren kann das Auto laut Hersteller 222 km/h erreichen und in 7,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Ziemlich verlockend, getestet habe ich das auf der Landstraße natürlich nur ganz kurz und nur bis Tempo 100. Im Fahrzeugmenü können verschiedene Betriebsmodi aktiviert werden. Beim Hybrid-Modus beispielsweise wählt das System automatisch die ökonomischste Art des Fahrbetriebes.

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Die Batterie, die hinten im Kofferraum sitzt und den E-Motor, der sich vorne unter der Motorhaube neben dem Benzinmotor befindet, muss getankt werden. Meine erste Überlegung ist also: Wo lade ich das Auto, wenn in der Nähe eines nicht überdachten Parkplatzes keine Steckdose vorhanden ist? Auch Bewohner der obersten Etage eines Mietshauses müssten sich wohl Gedanken über die Stromzufuhr machen. Zunächst einmal mache ich in Seeburg Halt, um dort die vor Kurzem am Seeburger See von der Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungs GmbH (EEW) installierte E-Ladesäule zu testen. Dazu habe ich mir eine spezielle Karte besorgt, über die ich die Säule freischalten kann. Das Tanken ist kostenlos. Die EEW möchte so die E-Mobilität bekannter machen. Der Ladeanschluss befindet sich unter dem Volkswagen-Logo vorne am Auto. Alles klappt wunderbar. Die übrigen Tage lade ich den Wagen nachts an der Steckdose. Kein großer Aufwand und morgens kann es dann wieder rein elektrisch weiter gehen.

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Im Gegensatz zum Verbrennungsmotor, der erst im oberen Drittel des Drehzahlbereichs sein maximales Drehmoment erreicht, kann dies der Elektromotor aus dem Stand. Deshalb wird gleich rasant beschleunigt – beinah völlig geräuschlos. Vorne im Auto gibt es nur noch einen kleinen Drehzahlmesser, der sich im „Powermeter“ befindet. Dieses zeigt an, wie viel Leistung gerade abgerufen wird – oder ob der Akku dank Rekuperation (Bremsenergie-Rückgewinnung) aufgeladen wird. Das beeinflusst das Fahrverhalten ziemlich. Manches Mal gucke ich öfter auf die Instrumente, als auf die Straße. Damit der E-Motor permanent stark Energie zurückgewinnt, kann der Schalthebel einmal kurz nach hinten gezogen werden. Wenn man dann vom Gas geht, ist das Bremsen mit dem Pedal kaum noch notwendig. Anfänglich gewöhnungsbedürftig, später eigentlich recht praktisch.

Etwas, an das man sich in jedem Fall gewöhnen muss, wenn man sich ein Hybrid- beziehungsweise reines E-Fahrzeug zulegt, ist die Automatikschaltung. Wenn man damit aber zurechtkommt, und ich gewöhne mich wirklich viel schneller als gedacht daran, macht das Fahren richtig viel Spaß.

Text Kristin Kunze / Fotos Iris Blank

Auf der E-Meile, die im Rahmen des Frühlingsmarktes am 21. und 22. März auf der oberen Marktstraße in Duderstadt stattfindet, kann jeder das elektrische Autofahren testen. Mehrere Autohäuser aus der Region sind vor Ort mit unterschiedlichen Auto-Modellen vertreten. Außerdem gibt es einiges über die Historie der E-Mobilität zu erfahren. Geöffnet ist die Meile samstags von 10 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr.