Geruch, Aussehen und Geschmack, das sind die drei Kriterien, welche die Mettwurst von Sebastian Zapfe zur besten im Eichsfeld machen. Die Urkunde darüber steht seit November auf dem Tresen im kleinen Hofladen des Seulinger Familienbetriebs.


13 Wursthersteller nahmen an der Prämierung teil, die der Treffpunkt Stadtmarketing jährlich im Rahmen des Wurstmarktes in Duderstadt veranstaltet. Bereits sechs Mal trat das Seulinger Unternehmen Zapfe mit seinen Mettwürsten beim Wettbewerb an. „Wir waren in den vergangenen Jahren immer unter den ersten Fünf. Dass wir immer vorne dabei sind, ist die eigentliche Auszeichnung“, sagt der 26-Jährige, der nach der Meisterschule in den Familienbetrieb einstieg und seitdem die dazugehörige Fleischerei leitet. Sein Vater Ulrich kümmert sich um die Landwirtschaft und die Schweine, man unterstützt sich gegenseitig.

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Eigentlich hatte Sebastian überlegt, nach der Meisterschule noch zu studieren, doch zu dieser Zeit kamen auf den heimischen Betrieb große Veränderungen zu: Zum Beispiel ein vorgeschriebener Umbau mit Hygiene-Schleuse. „Mein Vater stellte sich die Frage, ob er überhaupt noch selbst schlachten soll. So kam es, dass ich früher nach Hause gekommen bin.“ Zuvor hatte Sebastian eine Fleischerlehre bei Jürgen Kerl in Ebergötzen absolviert und wurde zum besten Innungsprüfling in Südniedersachsen. Es folgten erfolgreiche Wettbewerbe im Kammerbezirk und auf Landes- und Bundesebene, für die er die Meisterschule in Bayern ein paar Monate zurückstellte. Mit 26 Jahren hat er nun selbst seinen ersten Auszubildenden im Betrieb.


Nach und nach baute der junge Eichsfelder in den vergangenen Jahren das Sortiment des Hofladens aus. Dazu gehören Schwartenwurst, Bregenwurst, Weißwurst, Leberwurst, frische Bratwurst, Geschnetzeltes oder Bolognese-Soße und Gulasch in Konserven – und das ist lange nicht alles.

Bei Zapfes gibt es ausschließlich Wurst aus eigener Herstellung. „Ich möchte, dass die Leute genau wissen, dass die Wurst vom Hof kommt und Hausmacherwurst ist.“ Was macht die diesjährige Gewinner-Wurst aus? „Sie schmeckt würzig, hat keinen Beigeschmack und ist nicht zu scharf oder zu salzig.“ Aber Geschmäcker seien auch verschieden. Den Geschmack der Jury hat Sebastian in jedem Fall getroffen. Zu Recht? Er holt ein wenig Brot und schneidet eine Mettwurst an. Gut aussehen und riechen tut sie schon einmal. Würzig und schmackhaft ist sie dann auch noch!

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Produziert wurde die Wurst im Sommer, und war bei der Prämierung mit vier Monaten noch nicht ganz so alt. Je nach Größe reifen die Würste bei Zapfes zwischen zwei bis sechs Monaten. Während des Reifungsprozesses werden die Mettwürste einmal in der Woche abgewaschen, um den leichten weißen Schimmel, der sich bildet, zu entfernen. Es bestehe stets das Risiko, dass eine ganze Charge einmal nichts werde. Deshalb beobachtet Sebastian die Schweine genau und entscheidet am Wochenende, welche montags und mittwochs geschlachtet werden. Mal sei die Wurst fettiger, mal magerer, dies sei vom Tier abhängig. „Wir legen immer etwas vom Rückenspeck an die Seite, gucken uns das Fleisch in der Molle an und entscheiden dann, ob es noch Fett vertragen kann. Man muss das richtige Augenmaß haben“, erklärt Sebastian.

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Ebenso wichtig sei das richtige Händchen für das Würzen, da habe jeder seine kleinen Tricks und Geheimnisse. Damit lag er dieses Mal knapp vor Giesbert Bömeke aus Nesselröden, der 2013 Wurst-Champion wurde und dieses Mal auf Platz zwei landete. Aber der Titel bleibt ja in der Familie, denn Sebastian ist dessen Neffe.

Text: Kristin Kunze / Fotos: Iris Blank

Zapfes Hofladen in Seulingen (Hauptstraße 27) hat montags von 8 bis 13 Uhr, dienstags bis freitags von 8 bis 13 Uhr sowie 15 bis 18 Uhr und samstags von 7 bis 12 Uhr geöffnet.

U. & B. Zapfe GbR
Hauptstraße 27 ∙ 37136 Seulingen
www.eichsfelder-wurst-zapfe.de ∙ info@eichsfelder-wurst-zapfe.de
T 05507 – 7320

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