Was wünscht ihr Kinder und Jugendlichen euch für die Zukunft in eurer Heimat? So lautete vor drei Jahren eine zentrale Frage bei der Duderstädter Jugendzukunftskonferenz. 80 Jugendliche aus Duderstadt ließen dabei in den Räumlichkeiten des Firmensitzes von Ottobock ihren Gedanken freien Lauf. Grenzen waren nicht gesetzt. Eine Open Air Disco im Stadtpark? Spielgeräte auf der Marktstraße? Diese und viele weitere Ideen kamen dabei heraus…


Wenig später sitze ich in lockerer Runde mit einigen Jugendsozialarbeitern in der Küche des Emmaus Jugendzentrums in Duderstadt zusammen. Wir fragen uns, wie man die vielen Wünsche für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sichtbar machen könnte. Etwas, das einem beim Anblick die Augen für neue Ideen öffnet. Plötzlich entsteht in der Runde die Idee des Duderstädter Wimmelposters: „Wer könnte ein Wimmelposter malen? Kennt jemand irgendwen?“

Ohne lange nachzudenken, sprüht es aus mir heraus „Das kann ich machen!“ Ein typischer Moment, der den Satz „erst nachdenken, dann reden“ mal wieder außer Kraft setzt. Im Laufe der nächsten Minuten wird mir bewusst, auf was ich mich eingelassen habe. Eine herausfordernde Aufgabe, eine tolle Aufgabe. Plötzlich schwirren hunderte von Ideen durch meinen Kopf. Es kann also losgehen. Die Packung mit den neuen Buntstiften lässt nicht lange auf sich warten. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Duderstädter Innenstadt fotografiere ich, um alles annähernd detailgenau auf das Poster zu übertragen.

Stifte für Wimmelposter zeichnen

Da liegen sie nun: das weiße A0 Papier, fünf Bleistifte, drei Radiergummis, ein überdimensionales Geodreieck, Fotos von Duderstadt und die Vorgabe der Wimmelszenen. Diese Utensilien werden nun für die nächsten drei Wochen mein abendlicher Begleiter sein. Dank der Abiklausuren in diesem Zeitraum ist auch mein Mann geduldig und nutzt die immer neu entstehenden Szenen für eine kleine Korrekturpause. Jeden Morgen kommen unsere drei Kinder im Grundschulalter gespannt zum Bild gelaufen und es macht ihnen sichtlich Spaß und Freude, sich das neu Gemalte anzuschauen und immer wieder neue Szenen zu entdecken. Natürlich haben sie den Bonus, dass ich auch sie mit ihren Hobbys in das Bild integriere … einen Reiter, ein Mädchen mit Geige und einen kleinen Handballspieler…

Nahaufnahme vom Duderstädter Wimmelposter

Zunächst eine grobe Bleistiftzeichnung, dann nachzeichnen mit den Radierstiften, die ein jedes Schulkind gerne in seinem Etui hätte. Anschließend wird es bunt. Farblich wird das Bild begrünt, dann kommen die unzähligen Fachwerkhäuser, der erste rote Buntstift neigt sich dem Ende zu und ich sehe nur noch rot … rote Dächer überall, so wie es für Duderstädter Häuser Vorschrift ist.



Der A0 Bogen ist fertig, nun warten die kleinen Szenen, die im Nachhinein per PC in das Bild gefügt werden. Eine Lachstunde in der Schule, ein Schutzengel, die PC Stunde von Jugendlichen für Senioren, Jugendliche gestalten Schaufenster und vieles mehr male ich auf A6 Karten. Auch hier sind Szenen dabei, die sich Jugendliche für ihr freundliches Duderstadt gewünscht haben.

susanne moehl zeichnet wimmelposter

Nach drei Wochen, oder ca. 40 Stunden, Malen und Zeichnen ist es geschafft. Das Duderstädter Wimmelbild liegt vor mir und ich kann es selbst kaum glauben. Es ist fertig. Schade eigentlich.

Was mache ich nur jetzt jeden Abend? Es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich am liebsten ganz Deutschland mit meinen Wimmelbildern beglücken würde…

Text: Susanne Möhl / Fotos: Iris Blank

 

WimmelbildDas Duderstädter Wimmelposter kann direkt in der Geschäftsstelle von Duderstadt2020 im historischen Rathaus gegen eine Spende bezogen werden. Die Einnahmen kommen direkt dem „Duderstädter Jugendfonds“ – ein Projekt von Duderstadt2020 – zugute.

 

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