Es ist schon ein Träumchen«, sagt Franz-Josef Otto, der gemeinsam mit seiner Frau Kerstin das Hotel zum Löwen betreibt. Die vielen Jahre als Hotelier haben auch seine Sprache verändert. Superlative wird man kaum von ihm hören. Mit 22 Jahren hat er das elterliche Viersternehotel zum Kronprinzen übernommen, mit 37 Jahren kam die Führung des Hotels zum Löwen dazu. Das war 2000. Zwölf Jahre später wurde das Hotel mit seiner mehr als 300-jährigen Geschichte vollständig umgebaut. Aus dem Träumchen wurde ein Traum — ein Design Hotel mit Kunst im ganzen Haus.

Das Hotel zum Löwen ist einzigartig. So wie es auch die Menschen in dieser Stadt sind.
Franz-Josef Otto

»Das Hotel zum Löwen ist auf dem Weg, wieder das zu werden, was es lange Zeit war: das Ding schlechthin in Südniedersachsen«, so Otto. Er hat die Verwandlung aus nächster Nähe mitverfolgt. Zweimal am Tag habe er in der Bauphase seine Kleidung gewechselt, aber das sei es ihm wert gewesen. Schließlich konnte er sich nur so darum kümmern, dass die Arbeiten bis ins Detail gut ausgeführt wurden: bei der Anordnung der Zimmer, bei der Auswahl des Porzellans, bei der Festlegung der Wäsche, bei der Platzierung des goldfarbenen Logos auf den Speisekarten — viele Veränderungen tragen auch ganz direkt Ottos Handschrift. Der Einsatz hat sich gelohnt.

HZL_Zimmer

»Wir bieten unseren Gästen eine individuelle Atmosphäre und Komfort auf hohem Niveau, ohne dass man gleich einen Frack tragen muss«, sagt der Hotelier lächelnd. Kunst ist eingezogen in alle Bereiche des Löwen. Da sind etwa eine Skulptur von Neo Rauch, Polaroids von Andy Warhol sowie eine eigens für das Hotel angefertigte Auftragsarbeit des Künstlers Götz Diergarten. »Reizkunst« nennt Otto die Arbeiten. Viele Gäste sprechen ihn darauf an oder kennen einzelne Werke sogar. Ein heller und hochmoderner Fitness- und Wellnessbereich ist auch dazugekommen. Und unten im Gewölbekeller gibt es neben einem erstklassig ausgestatteten Weinkeller eine Mikrobrauerei — mit Ausschank natürlich. Hier können die Gäste in historischer Umgebung hausgebrautes Bier trinken. Duderstadt sei schließlich ursprünglich eine Braustadt gewesen, sagt Franz-Josef Otto. Hier unten trifft er sich jetzt jeden Mittwoch zum Stammtisch, der schon seit zwölf Jahren im Hotel stattfindet. Und noch etwas ist unverändert geblieben: die Mannschaft. »Unsere Gäste schätzen es sehr, wenn sie ihre Ansprechpartner kennen.«

HZL_Restaurant

Ganz nebenbei wurden bei dem Umbau mehr als tausend Fundstücke aus der frühen Siedlungsgeschichte geborgen. Zum Beispiel eine 800 Jahre alte Reiterminiatur, der Grüne Ritter, vermutlich ein Spielzeug aus vergangener Zeit, und eine filigran verzierte Goldwaage. Die schönsten Stücke dieses archäologischen Schatzes sind liebevoll ausgestellt und laden dazu ein, in die Geschichte einzutauchen. Die historischen Gemäuer und Gewölbe rund um den Weinkeller bieten den passenden Rahmen. Für die seltenen Momente einer Pause hat Franz-Josef Otto einen Lieblingsplatz: das Kaminzimmer. Und wenn er mal zur Ruhe kommt, stellt er fest: »Das Hotel zum Löwen ist einzigartig. So wie es auch die Menschen in dieser Stadt sind.« Der Löwe als erstes Haus am Platze fügt sich perfekt ein.

 

Hotel zum Löwen
Marktstraße 30 ∙ 37115 Duderstadt
T (05527) 8 49 00-0 ∙ info@hotelzumloewen.de
www.hotelzumloewen.de
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