Wer 2020 durch die Fußgängerzone von Duderstadt geht, wird mehr Pluralität in jeder Hinsicht erleben — unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen, attraktive Schaufenster, verschiedenste Lebensalter. Und er wird freundlich und mit offenen Türen empfangen«, ist sich Prof. Dr. Alexandra Engel von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst sicher. Sie gehört zu dem interdisziplinären Team, das den Masterplan 2020 erarbeitet und Duderstadt damit über die Hürde des demografischen Wandels bringen und zu einer Stadt mit Zukunft machen will.


»Duderstadt ist bis 2020 nicht fertig. Aber bis dahin muss etwas passiert sein«, sagt Geschäftsführer und Geograf Sebastian Tränkner. Auf die Politik will sich das Team nicht verlassen. Auch eine Marketingkampagne kommt nicht in Frage. Das würde von den Menschen nicht getragen werden und nur auf Außenwirkung zielen.


Duderstadt fängt lieber von innen an und holt die Einwohner ins Boot: »Wo liegen die Potenziale von Duderstadt?«, »Wie möchten Sie in Duderstadt im Jahr 2020 leben?«, »Was soll sich hier ändern, was bleiben?«, fragte das Masterplanteam die Bürger, aber auch die Kirche, die Unternehmen, die Stadtverwaltung. Die Menschen sollen die gewachsenen Qualitäten kennen und sich ihrer im-mer wieder bewusst werden — um dann überzeugte Duderstädter zu sein oder zu werden. »Wer hier wohnt, soll entweder Bürgermeister werden oder ein Unternehmen gründen wollen«, bringt es Prof. Dr. Alexandra Engel von der HAWK auf den Punkt.

Wer hier wohnt, soll entweder Bürgermeister werden oder ein Unternehmen gründen wollen. Prof. Dr. Alexandra Engel

Duderstadt fit für die Zukunft zu machen, sind da. »Wir haben hier schon heute mehr Vielfalt und Offenheit als andere Städte. Auch die alten Menschen haben bei uns ihren Platz im Zentrum«, meint Tränkner. Duderstadt bereitet sich vor und will die Jüngeren ebenfalls einbeziehen. Auf Facebook sollen Jugendliche ihre Duderstadtfotos veröffentlichen. Virtuelle Stadtführungen auf Smartphones werden Segway-Touristen begleiten. Hier werden also Medien und Möglichkeiten genutzt, die die Besucher aus den Großstädten weltweit schon kennen. Nur dass Duderstadt auch weiterhin aus seinem bestehenden historischen Potenzial schöpfen kann. Der Mittelaltermarkt, das Lebenshilfefest oder das Eichsfeld Festival sind dabei längst nicht alles.

Da ist zum Beispiel noch der weltweit spürbare Trend zur Spiritualität. Im Ursulinenkloster können sich Menschen künftig zurückziehen, innehalten und nachdenken. Kloster als Rückzugsort. »Das ist doch ein toller Ort, um einmal über die eigene Lebensweise, seine Werte und Normen nachzudenken«, sagt Prof. Dr. Ulrich Harteisen von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, im Projektteam verantwortlich für Stadtentwicklung und Wirtschaft.


Die Wissenschaft sitzt in Duderstadt seit dem Projektstart 2009 mit am Tisch. Auch das ist eine Seltenheit, denn statt wissenschaftlicher Begleitung kaufen sich die meisten Städte ein Beratungsunternehmen ein. Prof. Dr. Harteisen stellt bereits erste Veränderungen in der Stimmung fest: »Die Menschen registrieren die kleinen Schritte.« So haben viele bei der Sternzeit mitgemacht — einer Initiative, bei der die Menschen ihre Häuser zur Weihnachtszeit mit Sternen schmückten. Und Duderstadt wurde zum Sternenmeer. Die Menschen haben das Gefühl, dass sich tatsächlich etwas verändert. Das ist es, was sie eine Haltung zu ihrer Stadt entwickeln lässt. Eine Haltung, die auch die Gäste der Stadt spüren. Jeder, der seine Ideen zur Entwicklung von Duderstadt einbringen möchte, ist herzlich willkommen.

 

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